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Gedanken zu Diskriminierung von ungeimpften Mitbürgern 

Gerade ist in Bayern wieder eine Art Lockdown eingeführt worden. Jetzt dürfen in Landkreisen, in denen die sogenannte Inzidenz an drei aufeinander folgenden Tagen über 35 ist (also 35 tägliche Neu-Erkrankungen bezogen auf 100.000 Einwohner) nur noch Geimpfte, (nachweislich) Genesene oder Getestete in die Innenräume von Gaststätten. Wir haben noch nicht mal Herbst, aber die Witterung ist Ende August danach. 13, 14 Grad … regnerisch.

Das schönste auf unserer Spazierrunde durch Bad Wörishofen, einen Kurort im Allgäu, ist der sogenannte Einkehrschwung. Skifahrer kennen das. Man macht eine Pause und lässt es sich bei zum Beispiel Kässpatzen und einem Weißbier gut gehen.

Unser Einkehrschwung führt uns regelmäßig in ein kleines Café. Wir sind Stammgäste dort und jeder Spaziergang ist im Sommer mit einem frischen Weißbier gekrönt. Im Winter ist es ein Becher Glühwein.

Gestern gab es plötzlich ein neues Schild – zusätzlich zu den Hundert anderen Schildern, die genau erklären, wie Abstand zu halten und die Maske aufzusetzen ist.
Zutritt in den Innenräumen nur noch für die drei G.
• Geimpfte
• Genesene
• Getestete

Also ist der Spuk hier auch schon angekommen. Wir sind ja ungeimpft. Wir sind das vierte „G“ – also gesund. Wir dürfen nicht mehr rein. Dürfen wir noch die Toilette im Innenraum benutzen? Oder sollten wir in Zukunft Windeln tragen? Sicherheitshalber?

Heute waren wir auch wieder in Bad Wörishofen. Das Wetter war genauso schlecht wie gestern. Es regnete nicht, aber es war kalt und schwere graue Wolken hingen am Himmel. Wir durften auf der überdachten Terrasse Platz nehmen. … die Aussicht war schön wie immer. Eine angenehme Atmosphäre.

… wenn nur nicht die anderen Gäste wären. Ein ums andere ältere Paar drückte rein in die Gastwirtschaft und zückte vorher den weithin sichtbaren gelben Impfpass. Ganz stolz.

„Wir sind beide doppelt geimpft“, hatte vor Wochen ein Ehepaar trompetet, also es die Terrasse betrat. Das fand ich damals schon unangenehm. Jetzt fand ich es noch befremdlicher, wie einer nach dem anderen triumphierend mit dem Impfpass wedelte. Oder die ganz Coolen mit dem Handy …

Ich kam mir immer mehr vor, wie ein Mensch zweiter Klasse. Gut, ich konnte draußen sitzen, wollte auch nicht nach drinnen, aber wie soll man sich vorkommen, wenn andere an einem vorbeigehen, einem einen geringschätzigen Blick zuwerfen, so dass man sich vorkommt wie ein Menschen zweiter Klasse?

Heute früh dachte ich noch, ich halte es aus, egal, was passiert. Jetzt denke ich, ich muss es aushalten, egal was passiert. Aber ich bin traurig. Ich will nicht weniger wert sein als andere.


Für mich gilt die 3U-Regel: Ungetestet, Ungeimpft, Unbeugsam!
Mir wird der Zugang zu Restaurants verweigert? Kochen mit Freunden macht mehr Spaß und spart Geld.
Ich darf nicht auf Großveranstaltungen? Unter den jetzigen Bedingungen hab ich eh keine Lust darauf. Ich darf nicht mehr ins Kino oder Theater? Ich habe eine große CD- und Plattensammlung. Filme gibt es auf DVD oder im Netz. Mir wird der Zutritt zu Museen verweigert? Ich hab meine eigene Kunstsammlung und zeige sie auch gerne anderen Menschen, denen es nach Kunst dürstet und die genauso denken wie ich.
Ich darf nicht mehr zum Frisör? Na dann, hab eh meinen privaten… Mir wird der Zutritt zu Einkaufszentren verweigert? Bestelle ich eben online. Ich darf nicht mehr in Hotels übernachten? Ich habe Freunde, die ich besuchen kann. Ich bin nicht allein. Wir sind viele. Menschen, die einander beistehen, sich Mut machen, gegenseitig unterstützen. Wir erschaffen uns unsere eigene Welt. Ihr schadet nicht uns mit euren Maßnahmen, sondern ihr schadet euch selber. Wir entziehen uns euch, auch unser Geld. Millionen von Menschen sind in der Schweiz ungeimpft. Millionen von Menschen, die weniger konsumieren werden. Und mal so nebenbei, liebe Regierung: Ihr seid die Hofschranzen des neoliberalen Kapitalismus, der ohne Konsum nicht wirklich existieren kann. Schon vergessen? Achja und noch was: Wenn wir für die Tests in Zukunft bezahlen sollen, bekommt ihr weniger Testergebnisse. Ihr wisst schon, wenn Menschen etwas umsonst haben, gehen sie großzügiger damit um. Müssen sie zahlen, werden sie es sich eher überlegen. Weniger Tests heißt auch weniger Fallzahlen. Damit köpft ihr eure eigene Pandemie. Ihr treibt uns damit nicht zum Impfen. Denn wir sind nicht zu faul zum Impfen, sondern zu klug zum Impfen.

Ich bin der Ich bin.

WIR LASSEN UNS NICHT UNTERKRIEGEN.


 

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