Germanen – unsere Vorfahren 1

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Die Edda Götterdichtung, Spruchweisheit und Heldengesänge der Germanen

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die neun edlen Tugenden der Germanen

  1. Mut

  2. Wahrheit

  3. Ehre

  4. Treue

  5. Disziplin

  6. Gastfreundschaft

  7. Selbstvertrauen

  8. Fleiß

  9. Ausdauer/Beharrlichkeit

Unsagbar tapfer, todesmutig bis zur letzten Frau und Mann……………..

Besonders überliefert ist der selbstlose und mutige Einsatz der Germaninnen….

Sie waren stolz, gross gewachsen, stark, blonde Haare, kultiviert und treu zu ihrem Volk bis in den Tod……

Verglichen mit den heutigen GRÜNEN-Dämchen……wie Galle und süsser Wein…..Galle ist bekanntlich grün…..

Hier folgt nun ein großer Bericht über die Kämpfe und Schlachten dieser germanischen Volksgruppen gegen den Feind,

den Eindringling, die Usurpation der macht-lüsternen Römer………

Wären die germanischen Stämme auch nur zum Teil vereint gewesen, die Römer hätten nie einen Fuss in Germanien setzen können….

Der Mut und die Kampfkraft waren viel zu groß.Battle

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hier nun als ausführliche PDF-Datei der große Kampf um das Überleben von diesen drei germanischen Volksgruppen:

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Germanen – die Schlachten der Kimbern, Teutonen, Ambronen

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germanen reihe.

Die Durchbruchsschlacht war der Kerngedanke
germanischer „Kriegskunst“. Während die „Keil“
oder „Eberkopf“ genannte Form eines Ovals
die feindlichen Reihen eindrückte, ertönte ein
Furcht einflößendes Gebrüll aus Tausenden von Kehlen,
das durch die vorgehaltenen Schilde dumpf widerhallte.
Rhythmisches Schlagen ihrer Waffen auf die Schilder
untermalte den markerschütternden Schlachtgesang.

germanen-angriff.

Germanen eberskopf taktik

großer ausführlicher Artikel als PDF-Datei:

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Taktik – wie siegten die Germanen

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germanen reihe.

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reihe  rune eiche x.

Völkerkunde: Germanen und Süd-Tirol…

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Bereits seit den Zwanzigerjahren war es den meisten faschistischen
Statthaltern in Südtirol ein unerforschbares Rätsel geblieben,
wieso die Tiroler sich nicht willig unter der Knute Roms
zu Italienern umformen ließen. Ein tieferer Blick in die Geschichte
des Landes, seine gesellschaftlichen Traditionen und die in
Jahrhunderten geformte kulturelle Identität der Tiroler hätte ihnen
Aufschluss geben können. Der Historiker Georg Dattenböck,
vor allem bekannt geworden durch seine Forschungen
über die Vandalen und über das Nibelungenlied, hat uns nachstehenden
Beitrag zur Verfügung gestellt, in welchem er nachweist,
daß die Tradition der Tiroler Wehrhaftigkeit sehr alte Wurzeln
hat.

Wir wollen hier jedoch den Ursprung, den von Egg/
Pfaundler thematisierten Ansatz, das „germanische Recht“, die
germanische Besiedelung und das Heerwesen in Tirol, untersuchen.
Auf der Marc-Aurel-Säule germanischer Rat Marc-Aurel-Säule(Columna Centenaria Divorum
Marci et Faustinae), einer Siegessäule in Rom, die zu Ehren
des römischen Kaisers Marc Aurel errichtet wurde, sieht man
spiralförmig angebrachte Reliefbänder mit Darstellungen aus
den Ereignissen des Markomannenkrieges. Man erkennt u. a.
eine ,Germanische Ratsversammlung*, wo die Freien zum
Beraten zusammentreten und Schimmel vorgeführt werden.
Im Kapitel X. seiner „Germania“ berichtete der römische Historiker
Tacitus vom Pferdekult bei den Germanen: „Eigentümlich
ist den Germanen die Weissagung und Mahnung durch
das Pferd.rune hund

Prof. Dr. R. Simek schrieb zur germanischen Kriegsführung:
„Zu einer vollständigen Bewaffnung (die aber keineswegs alle
Krieger besaßen) der Germanen in Südskandinavien während
der römischen Kaiserzeit gehörten
Schwert und Schild, Dolch, Lanzen
(der Frame, latinisiert framea) sowie
Bogen und Pfeile mit Eisenspitzen, die
aber noch keine (wie dann später im
Mittelalter üblich) große Spezialisierung
aufwiesen (…) Das oftmals als
typisch germanisch betrachtete einseitige
Kurzschwert (mit einer Klingenlänge
von 25 cm bis zu 50 cm), das
übrigens von der Neuzeit nur im Altnordischen
als Sax bezeichnet wurde………….

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großer Artikel als PDF

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Völkerkunde – Freiheit und germanische Besiedlung von Süd-Tirol

reihe runen

Jul-Fest – Alban Arthuan (keltisch) – Wintersonnenwende – Mutternacht – Weihnacht

Heilige Nacht

Die Wintersonnwende ist eines der heiligsten Sonnenfeiern und findet am 21. Dezember statt. Sie bezeichnet die tiefste Nacht des Jahres – wird deswegen auch MUTTERNACHT, althochdeutsch MODRANECHT, genannt. In dieser Nacht gebiert die Göttin tief in der finsteren Erde in der stillsten aller Stunden das wiedergeborene Sonnenkind. Diesen Mythos können Sie in allen Kulturen der Welt wiederfinden. Am deutlichsten manifestiert ist es bei uns in Weihnachten und dem Christuskind. Weihnacht ist ja nichts anderes als WEIHE-NACHT, ist gleich geweihte Nacht oder wie in vielen Weihnachtsliedern besungen “HEILIGE NACHT”.

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Das nordische Jul-Fest

Die “geweihten Nächte” verheißen das Wissen um die große Umkehr, um den Wiederaufstieg des Lichtes und um die Geburt des neuen Lebens. An JUL oder JOL – wie es in den nordischen Ländern genannt wird – ist die Dunkelheit gebannt, die Nächte werden kürzer und was tot schien und verloren, wird wieder erwachen. Das Julfest ist ein harmonisches Netzwerk ineinandergreifender Sonnen-, Toten- und Fruchtbarkeitsriten und symbolischer Handlungen zur Neuaktivierung menschlicher und natürlicher Kraft. Den Höhepunkt der Dunklen Zeit bildet Jul, das Weihnachtsfest. In dieser längsten Nacht des Jahres erfüllt sich das Versprechen der Wiedergeburt.

Der Name JUL oder JOL hat einen ganz alten Bezug zu Odin. Noch heute hat Odin den Beinamen “JOLNIR”. Seine wilden Ritter in der Winterzeit und zu den Rauhnächten mit dem wilden Heer heißen “JOLAREIDI”. Das erinnert vom Wort her wiederum sehr stark an das alpenländische Jodeln.

Und gerade in den Alpenländern werden ja zur Winterzeit viele Bräuche überliefert mit dem Wilden Heer des Odin (=Wotan), und ursprünglich der Percht – besonders die Perchtenläufe in der Rauhnachtzeit.

“JUL” lässt sich nach “Rätsch” ethymologisch als “ZAUBER-” oder “BESCHWÖRUNGSFEST” deuten. Und Odin war dann der JUL-ZAUBERER oder JUL-SCHAMANE – der “JULERICH”.

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Papst Hippolytos im Jahr 217

Aber es gab schon vor dem Christentum viele Kulturen, die zu dieser Zeit die Wiedergeburt der Sonne und des Lichtes feierten. Z.B. der Mithras-Kult, dann auch in Ägypten Isis und die Geburt des Horuskindes. Und immer wieder auch Dionysos, der im alten Griechenland als Erlöser und Gott der Fruchtbarkeit und des Wachstums galt. Mit der Ausbreitung des römischen Reiches wurde die Wintersonnwende dann zum römischen Staatsfeiertag ausgerufen als Geburtstagsfeier des “sol invictus” – der unbesiegbaren Sonne. Also auch die Idee einer Geburtstagsfeier zur Wintersonnwende war keineswegs eine Erfindung des Christentums.

Papst Hippolytos setzte sich für den 25. Dezember als Tag der Christgeburt ein, im Jahre 217. Um 330 schließlich erklärte Kaiser Konstantin das Christentum zur römischen Staatsreligion und funktionierte den alten Sonnengott um in den neuen Christengott, der als “lux mundi” – als Licht der Welt – gefeiert wurde. In Deutschland wurde dieser Feiertag erst 813 anerkannt. Man sieht, dass dieses Fest einfach einen uralten Ursprung hat, der weit in die Mythenwelt unserer Vorfahren zurückreicht.

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Heilungs-Mythos

Der Jahreskreis, der mit Samhain geendet hat, gebiert zu Wintersonnwende das neue Lichtbaby oder auch den neuen Jahreskreis-König. Das haben alle unsere Vorfahren so erlebt, weswegen auch alle Mythen immer wieder die gleichen Bilder tragen. Diese Bilder, Mythen und Märchen sind heilsam für unsere Seele. Sie drücken etwas aus, das wir wohl spüren können, auch wenn es uns nicht mehr so recht bewußt ist. Unsere Aufmerksamkeit ist ja wesentlich eingeschränkter als bei den früheren Menschen. Die damaligen Menschen sind sowohl mit der Natur als auch mit dem Kosmos viel verbundener gewesen als wir.

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Julkranz

In Bezug auf die vier Wochen vor dem Julfest hat sich der Julkranz bis heute erhalten. Angeblich wurde er als sogenannter Adventskranz von dem Theologen Johann Hinrich Wichern im Jahr 1839 erfunden, hat aber aller Wahrscheinlichkeit nach als Julkranz eine vorchristliche Tradition.

Entweder werden die vier Kerzen bis zum Julfest nacheinander, passend zu den noch kürzer werdenden Tagen ausgelöscht oder es wird, in Erwartung des Julfestes eine Kerze nach der anderen entzündet.

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Julleuchter

Zur Sonnenwende, zur Zeit des wiederkehrenden Lichtes hatten die Vorfahren in fast jedem Haus den Turm- oder Julleuchter. Es wird eine Kerze auf dem Leuchter entzündet, als Symbol für den Sieg des Lichtes über die Dunkelheit, aber auch als Symbol für den ewigen Kreislauf von Werden und Vergehen.

Auch heute noch sind die etwa 25 cm hohen Julleuchter aus Ton, Keramik und Porzellan erhältlich und bei nichtchristlichen Feiern der Jul- oder Weihnachtsfesttage Brauch.

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Bedeutung und Ablauf des Julfestes

Die Rituale rund um das Julfest fokussieren sich auf die Wintersonnenwende des germanischen Jahreskreises. Zentrales Moment ist das gemeinsame Mahl in der Familie, die Ehrung der Familienahnen und die Erwartung des wiederkehrenden Sonnenlichtes.

Die Julzeit ist eine zwölf Tage dauernde Friedenszeit, in der die Häuser mit immergrünen Zweigen wie Buchsbaum, Eibe, Fichte, Tanne, Stechpalme, Kiefern, Efeu, Wacholder geschmückt wird, denen man schützende und heilende Kräfte zuschreibt. Ein alter Brauch ist es auch, einen großen Holzklotz aus dem Wald zu holen, den „Julklotz“- und ihn zwölf Tage und Nächte brennen zu lassen. Mit seiner Asche wurden die Felder gedüngt und krankes Vieh versorgt. Reichlich Opferblut floss bei den großen Festen unserer Ahnen, namentlich zur Zeit der Wintersonnenwende.

Das erste, das in allen germanischen Landen mit großem Jubel begangene Julfest, feierte die Wiederkehr des Sonnenlichtes. Mit der Darbietung von Gebeten und Opfern verband sich das Anzünden von gewaltigen Feuern auf Bergspitzen und das Laufen mit Feuerrädern. Diese „Funken“ symbolisierten die in der Sonne waltende Gottheit. Ebenfalls aus vorchristlicher Zeit stammt der „Julbock“, ein aus Stroh geflochtener Ziegenbock. Dieser lässt sich vielleicht zurückführen auf die Ziegen des Gottes Thor, die seinen Wagen zogen. Er bringt auf seinem Rücken die Geschenke.

Brennendes Sonnenrad aus Stroh

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Julklapp

Des Weiteren ist für das Julfest typisch der „Julklapp“-Brauch. Dabei werden „Julklapp“-Päckchen aus Verstecken geholt. Diese reichlich in Hüllen verpackten Geschenke werden dann in den Raum geworfen und dabei „Julklapp! Julklapp!“ gerufen. Bei den Julklapp-Geschenken ist weniger der materielle Wert von Bedeutung als die Kleinigkeit oder der Vers, der immer in positiver oder negativer Hinsicht auf die Person des Beschenkten ausgerichtet ist. Keiner darf auspacken, ohne das Verschen vorzulesen. – Wenn sich das Gelächter über diese Reimchen gelegt hat, wenn die Geschenke begutachtet und bewundert worden sind, dann wird um den Weihnachtsbaum getanzt.

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Christliche Überformungen

Die vorchristliche Jul-Tradition ist heute stark überlagert von dem biblisch begründeten, christlichen Brauchtum, was insbesondere eine Folge der tiefgreifenden Christianisierungen im Mittelalter ist. Von daher wird, nicht selten überwiegend aus sozial-gesellschaftlichen Beweggründen, am Heiligabend oder auch den beiden darauffolgenden Weihnachtstagen ein Kirchgang eingeplant. Dabei säumen brennende Kerzen in den Fenstern der Landgemeinden den Weg. Dieser Tag ist im Gegensatz zu den vorherigen eher ruhig und beschaulich. Die Nachbarn und Bekannten besuchen einander, die Kinder beschäftigen sich mit den neuen Spielsachen oder ziehen von Haus zu Haus und wünschen „God Jul“.

Eine ausgiebige Schmauserei begleitete die Götterfeste. Das Haus stand den Gästen offen, die reich bewirtet wurden. Dazu gehörte auch der Brauch des „Minnetrinkens“ und daran hielten unsere Ahnen so fest, daß sie, zum Christentum bekehrt oder gezwungen, dem „Herrn Christus“ und der „Jungfrau Maria“ Minne zutranken wie vormals dem Donar.

Das Christentum vermischte diese nordischen Bräuche mit dem orientalischen Sonnenkult (Mithraskult) und gab ihm dadurch einen neuen Sinn. Erst im 4. Jahrhundert nach Christi Geburt legten die christlichen Kirchenführer – nach vielen Querelen – alle drei heiligen Feste zusammen, woraus unser Weihnachtsfest entstand.

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Weitere Deutungen

Dezember = Julmond – Sonarblot

Zu diesem Zeitpunkt muss alle Arbeit für dieses Jahr getan sein. Anschließend werden 12 Nächte durchgefeiert, wobei jede Nacht für einen Monat steht. Im Kampf gegen die Riesen verlieren außer Vidar und Vali alle Götter ihr Leben. Diese rächen ihren Vater (Odin) und zeugen einen neuen Gott, der als Reinkarnation von Odin bzw. Baldr angesehen wird. Das Licht siegt über die Dunkelheit und neues Leben wird entstehen.

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Julfest /Wintersonnenwende

Ende Dezember (21.- 22.12.) / erste Januar Woche

Jul bedeutet soviel wie Sonnenrad / Besprechung mit den Toten. Einige im Norden gepflegte Weihnachtsbräuche haben ihren Ursprung in dem Julfest – z.B. das Verbrennen des Julblockes am Herdfeuer oder das zauberkräftige Julbrot. In Schweden gibt es heute noch den Julklapp, ein Geschenk das heimlich vorbereitet und anschließend mit einem lautem Schrei in die Stube geworfen wird. Während der Jultage wurden auch die Juleide ( Eidsbruderschaften, Gemeinschaftsbindungen und Militärische Bündnisse) neu geschworen, damit sie auch im neuen Jahr Bestand hatten. Im Allgemeinen wurden Frey und Odin sehr verehrt. Der letzte Tag des Julfestes jedoch war der Frigg oder Freyja gewidmet.

Diese beiden wichtigen Daten im Jahr geht man seit Ur-Zeiten mit den sogenannten Sonnenwendfeiern an. Die Sonnenwendfeier gilt heute vor allem als altgermanisches Volksfest, da sie in Mitteleuropa bis zur Neuzeit sehr beliebt war. Neben den Germanen gelten auch die Kelten und Slawen als eifrige Sonnenwendfeierer. Im Laufe der Christianisierung Europas wurden die Kulte um die Sonnenwende von kirchlicher Seite bekämpft und verboten.

Doch der Sonnenwendkult war im Bewusstsein der Menschen so stark verankert, dass man ihn nicht auslöschen konnte. Deshalb drückte die Kirche der Sonnenwendfeier einen christlichen Stempel auf. Ab dem 12./13. Jahrhundert wurde das Fest Johannis des Täufers auf die Sommersonnenwende gelegt und in das Johannisfest umbenannt.

Der mit der Sommersonnenwende verbundene Brauch des Sonnenfeuers wurde zum Johannisfeuer. Auch für die Wintersonnenwende wusste die Kirche einen Ersatz zu finden. So wurde aus dem germanischen Julfest das christliche Weihnachtsfest mit dem kleinen Jesus in der Krippe. Diese Idee kam den Kirchenfürsten um das 4. Jahrhundert.

Das germanische Jul war also am Tag der Wintersonnenwende.

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Rauhenächte

Darauf folgten die 12 Rauhenächte. Mit dem Julfest haben die Germanen das vollendete Sonnenjahr gefeiert. Das Sonnenjahr geht von Wintersonnenwende zu Wintersonnenwende und dauert exakt 365,25 Tage. Doch das Mondjahr hatte bei den Germanen auch eine große Bedeutung. Ein Mondjahr beinhaltet 12 Mondmonate die jeweils von Neumond zu Neumond gehen. Diese 12 Mondphasen dauern jeweils ca. 29,5 Tage. Dies ergibt für die Länge des Mondjahres genau 354 Tage. So ergab sich für die Germanen eine Differenz zwischen Sonnen- und Mondjahr von 11 Tagen und 12 Nächten – die 12 Rauhenächte. Diese 12 Rauhenächte liegen somit sprichwörtlich „zwischen den Jahren“ und sind gewissermaßen zeitlos.

Für die Germanen hatten die 12 Rauhenächte große Bedeutung. Hier sollten die Geschehnisse jeder einzelnen Nacht, symbolisch für einen Monat des folgenden Jahres stehen. So sollen z.B. die Träume in diesen Nächten Aufschluss darüber geben, was passieren wird. Es wurden in diesen Nächten auch Orakel befragt, die Auskunft über die Zukunft geben sollten. Dieser Brauch hat sich im Bleigießen zu Silvester erhalten. Es heißt, dass in den Rauhenächten die Seelen der Verstorbenen als wilde Horde, angeführt von Odin, durch die Luft brausen. Mit dem zu Jul entzündeten Räucherwerk wollte man die verstorbenen Seelen vom Heim fernhalten. Es wird allgemein angenommen, dass vom Rauch dieses Räucherwerkes der Name Rauhenächte abgeleitet wurde.

Frau Holle, ist wahrscheinlich mit die germanischen Freyja, manche vermuten Hel, gleichzusetzen, sie gilt als Schutzpatronin in diesen Tagen. Frau Holle mag es nicht, wenn jemand faul und unnütz in den Tag hinein lebt, doch in diesen 11 Tagen und 12 Nächten möchte sie, dass der Mensch sich ausruht und sich auf sein inneres Wesen besinnt. Zu Jul soll er deshalb alle Gedanken und Verhaltensweisen, die nicht zu ihm gehören, fallen lassen. Symbolisch heißt es, dass diese fremden Eigenschaften von Odins wildem Geisterheer der 12 Rauhenächte aufgenommen und für immer fortgetragen werden. Des weiteren sollen die Menschen in diesen Tagen Rückschau auf das vergangene Jahr halten und sich auf das Folgende vorbereiten und sich für dieses auch gute Vorsätze machen.

Die Kirche hat die 12 germanischen Rauhenächte in ihrem Weihnachtsfest übernommen. Daher folgt auf die 12 Nächte nach dem ersten christlichen Weihnachtstag am 25. Dezember, der 6.Januar als Dreikönigstag. Dieser ist nach den drei Magiern aus dem Morgenland benannt, welche dem Stern von Bethlehem folgten und so das Jesuskind fanden. Die Kirche verlegte also das Fest drei Tage nach vorne. Da der Beginn der 12 Rauhenächte seit Ur-Zeiten immer die erste Nacht nach der Wintersonnenwende war, hatten neben den Germanen auch Völker, wie die Inder, Iraner, Griechen und Römer dieses alte Datum.

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Odin und die 12 Rauhnächte

Der höchste Gott in der nordischen Mythologie war Odin, der im südgermanischen Raum Wodan genannt wurde. Auf seinen Schultern saßen gewöhnlich zwei Raben, die die Namen Hugin und Munin trugen. Sie wussten über alles was auf der Welt passierte Bescheid und hielten Odin stets auf dem Laufenden. Am Tage der Wintersonnenwende machte sich Odin mit seinem wilden Heer auf zur Jagd. Begleitet wurde er von Hunden, Pferden und Seelen, die zu früh oder durch einen gewaltsamen Tod verstarben. Dabei verbreiteten sie einen Höllenlärm, waren den Menschen auf der Erde dabei aber nicht feindlich gesonnen. Es war aber trotzdem besser, vor ihnen auf der Hut zu sein. Unsere Vorfahren glaubten, dass in den zwölf Nächten nach dem Julfest die Grenze zum Jenseits, ähnlich wie an Samhain, dünner sei als sonst. Das erklärte das Erscheinen der Gesellen der wilden Jagd in den Rauhnächten. Nach der zwölften Nacht war der Spuk schließlich vorbei und gleichzeitig auch die Zeit der tiefsten Dunkelheit überwunden. Was blieb war die freudige Erwartung auf das nahende Frühjahr und das Wiedererwachen der Natur.

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Mütternacht – Modranecht

Die Nacht vor der Wintersonnenwende, also meist vom 20. auf den 21. Julmond, wird auch als Mütternacht (Modranecht) bezeichnet. Die Mütter, das sind weibliche Ahnen, auch Disen genannt. Der Begriff Mütternacht weist nicht auf eine “Große Göttin” hin, die zu Mittwinter ein “Sonnenkind” gebärt. Träume in dieser Nacht sollen prophetische Qualität haben. Diese Nacht bzw. der Tag vor dem Julfest sind der Frigg geweiht. Nach dieser Rechnung endet das Julfest am 1. Hartung. Der 2. Hartung ist wiederum ein Friggatag, der Tag, an dem die Hausarbeit, die während der Zwölfnächte ruhte, wieder beginnt. Man sieht, daß Frigg (die auch mit Frau Holle / der Berchta in Verbindung gebracht wird) das Julfest sozusagen umrahmt, was auf den privaten, sippeninternen Charakter der Zwölfnächte hinweist. Da die Arbeit ruht, ist das Julfest eine Zeit der Einkehr und des Rückblicks auf das vergangene Jahr (Julfrieden).

Abbildung eines “Julfeuers” aus dem nationalsozialistischen Adventskalender “Vorweihnachten” von 1942.
Der Text stammt aus dem Lied “Hohe Nacht der klaren Sterne” von Hans Baumann.

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Nordische Quellen lassen erkennen, dass die Julzeit um die 2 Monate dauerte und erst Mitte Hartung endete (evtl. zum Neumond dieses Monats). Die christliche Kirche hat übrigens erst im Jahre 354 den Geburtstag Jesu auf das Fest der wiedergeborenen Sonne (in Rom das Mithrasfest) gelegt. Hier wurde der Vergleich zwischen dem Gottessohn und der “sol invictus” gezogen. Erst die Synode von Mainz (813) schrieb die christliche Geburtsfeier für den deutschen Raum an Stelle des Festes der Sonnenwende vor (und der letzte Tag des Jahres wurde nach dem Papst Sylvester benannt).

Rauhenächte heißt das Fest, weil die Menschen sich vorstellen, dass in den ’rauhen Nächten’ der Julzeit der Wilde Jäger Wotan (Wode) mit seinem Totenheer durch die Lüfte zieht und Mensch und Tiere erschreckt, dafür aber den Saaten Fruchtbarkeit bringt. Jul ist laut “De Vries” eine Kombination aus Toten- und Fruchtbarkeitsfest, was man gerade an der Gestalt Wotans sieht. Es gibt eine enge Beziehung zwischen dem Wachstum der Erde und dem Wirken von Totengeistern. Es kann gefährlich sein, nachts in dieser Zeit unterwegs zu sein, viele Volksweisheiten ranken sich um des Wodes wilde Hunde und wie man ihnen und ihrem Herrn entgeht. Der Reiter kündigt sich mit Sturmbrausen, Hufgetrappel, Peitschenknallen und Hundebellen an. Es soll von Vorteil sein, sich dann flach auf den Bauch fallen zu lassen und nicht nach oben zu sehen. “Grundy” schildert in “Rheingold” Siegfrieds Begegnung mit dem Wilden Jäger. “Henkler” meint jedoch, dass die Rauhnächte nicht mit dem Julfest identisch seien. Die Rauhnächte setzt er früher an (christliche Adventszeit). Das macht Sinn, scheinen doch “St. Martin” (11. Neblung) und “St. Nikolaus” (6. Julmond) mit dem wilden Reiter, dem Schimmelreiter (Wittschimmel, Hackelbernd, Berndietrich, Hans Märten), etwas zu tun zu haben. Vielleicht kann man sagen, dass der dunkle, wilde Aspekt des Reiters auf den “Knecht Ruprecht” (Beelzebub, Bartl, Butzenbercht, schiache Percht, Pelzebock, Leut- / Kindlisfresser, böser Klaus) übertragen wurde. Vielleicht wollte die christliche Kirche auch einfach dem “bösen Wode” zwei “gute” Gestalten gegenüberstellen. Ein thüringischer Kindervers spricht von “Herr Wude, Herr Wude, Nikolaus!”.

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Um den Wesen, die sich laut und mit Klopfen bemerkbar machen, etwas entgegenzusetzen, ziehen die Menschen auch verkleidet und lärmend umher (“Klöpflesnächte”) – eine Form sympathetischer Magie. Interessant ist, daß sich für dieses Totenheer im französischen die Begriffe Mesnie und Herlequin gehalten haben. Herlequin kommt von Harilo, was Heerführer bedeutet und klar auf Wotan verweist.

Manche sagen, es müsse nicht Rauhnächte sondern Rauchnächte heißen, weil – wie weiter unten beschrieben – Wohnhaus, Stallungen usw. mit Wacholder ausgeräuchert werden, bevor das neue Jahr beginnt.

Während die Vorjulzeit also von einem männlichen wilden Reiter dominiert ist, spricht man vielerorts in der Nachjulzeit Anfang Hartung von der Perchta / Berchte (Berta, Frau Holle, Holda, Fru Gode, Frau Frigg, Frau Harke, Schimmelfrau), einer weiblichen Erscheinung, die mal gut, mal böse ist. Auch hier gibt es “Perchtenläufe”, bei denen sich vor allem die Jugendlichen verkleiden und lärmend durch die Gegend ziehen. Im Gegensatz zu den “Klöpflesnächten” scheint hier ein fruchtbarkeitsmagischer Bezug gegeben zu sein. So wird manchenorts an Obstbäumen gerüttelt (“Schlafe nicht, Bäumchen, Frau Holle kommt!”) oder sie werden mit einem Strohseil umbunden und dann mit einer “Lebensrute” geschlagen. Auch junge Mädchen wurden nach einem Thüringer Brauch mit einer solchen Rute geschlagen. In der Mehrzahl der Fälle scheint die Berchte aber eher gutmütig zu sein und im Haushalt nach dem Rechten zu sehen. Sie wacht aber wohl auch darüber, daß in den Zwölften nicht gearbeitet wird, und sie straft diejenigen, die gegen dieses Gebot verstoßen. In manchen Überlieferungen wird die Berchte / Holle von “Heimchen” begleitet, worunter man sich verstorbene oder ungeborene Kinderseelen vorstellt. Da mag etwas dran sein, ist es doch interessant, dass in der Vorjulzeit ein männlicher Reiter mit einem Totenheer durch die Lüfte zieht, wohingegen in der Nachjulzeit eine Frau mit einem “Kindertotenheer” umherzieht.

“De Vries” verweist im Zusammenhang mit Vermummungen und dem Perchtenlauf auf den “gotischen Weihnachtstanz”, der am byzantinischen Hof des 10. Jahrhunderts aufgeführt wurde. Die Beschreibung habe große Ähnlichkeit mit späteren germanischen Volksbräuchen.

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Die wilde Jagd

Die Wilde Jagd oder das Wilde Heer war eine ungewöhnliche Erscheinungen am winterlichen Nachthimmel, die die Altvorderen für eine Jagdgesellschaft übernatürlicher Wesen hielten, und die insbesondere zur Julzeit um Weihnachten herum und zur Zeit der Rauhnächte durch die Lüfte zog, oftmals von einem feurigen Glanz umgeben.

Die Geisterwesen zogen dabei mit Getöse unter Stöhnen und, Heulen, Ächzen und Jammern durch durch den nächtlichen Himmel und verbreiteten Grauen. Schon von Weitem war das Blasen von Hörnern und Peitschenknallen zu vernehmen, lautes Wiehern und Schnauben von Pferden und das wilde Gekläff von Hunden.

Die Wilde Jagd bildeten die unglücklichen Seelen von Männern, Frauen und Kindern, die der Tod vor ihrer Zeit ereilt hatte, oft jene, die einen gewaltsamen Tod gestorben waren, doch auch Hunde und Pferde fehlten fast nie im Zuge der Wilden Jagd, häufig von einem Reiter auf einem Schimmel angeführt, umgeben von einer wilden Hundemeute.

Zuweilen vernahm man aus den Lüften eine wundersame Musik, die nicht von dieser Erde schien, doch verwandelte diese sich in angsterfüllendes Lärmen und Tosen, sobald die Wilde Jagd herannahte.

Zwar stand die Wilde Jagd den Menschen nicht eigentlich feindlich gegenüber, doch es war gut geraten, sich besser im Hause zu verbergen oder sich nieder zu werfen, denn wer sich nicht abwendeten und den Zug ansah, der konnte von der Wilden Jagd mitgezogen werden und musste mit den Seelen weiterziehen, bis er befreit wurde.

Die Wilde Jagd führte zuweilen ein Reiter an, der vor dem Geisterzug mit Rufen warnte. In Schweden nannte man den Anführer Oden, in Mitteldeutschland war es die Frau Holle, in Süddeutschland und Österreich die Perchta, bei den Walisern war es Arawn mit seinen Hunden, den Cŵn Annwn, die sich heute oftmals auf Schutzamuletten wiederfinden.

Die Wilde Jagd hat jedoch auch einen Bezug zu Wachstum und Fruchtbarkeit, denn in Schweden war es Volksglaube, dass die Heuernte schlecht ausfiel, wenn man Odins Rössern keine Grasbüschel opfert, wohingegen in einigen Gegenden Deutschlands geglaubt wurde, das Jahr würde besonders fruchtbar werde, wenn zur Zeit der Wilden Jagd schöne Gesänge zu hören wären, in anderen Gegenden brachte man den Pferden und Hunden der Wilden Jagd Milch, Brot, Bier und Ähren dar.

Im skandinavischen Norden nannte man die Wilde Jagd “Odensjak”t oder “Åsgårdsrei”, bei den Germanen gab man ihr den Namen “Aaskereia”, die Fahrt nach Asgard, denn das Wilde Heer wurde in der Vorstellung der Wikinger von Odin angeführt, der die gefallenen Einherjer von Walhalla aus in die Schlacht führte.

In England wurde die Wilde Jagd “The Wild Hunt” genannt, in Frankreich hingegen “Mesnie Hellequin” oder “Chasse Sauvage”. Im Italienischen schließlich war der Name “Caccia Selvaggia” oder “Caccia Morta” geläufig.

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Losnächte

Losnächte heißt das Julfest, weil man glaubt, in dieser ’heiligsten Zeit des Jahres’ könne man mittels Runenweissagung (und allerdei anderen Methoden, wie z.B. dem Blei- oder Zinngießen) in die Zukunft schauen und erkunden, was das kommende Jahr bringt. Die Lose (Runen) wurden geworfen und gezogen, danach gedeutet.

Die Isa-Runesteht für die Kälte des Winters, Eiwaz  bedeutet hier den Wendepunkt (des Jahres), hat aber auch mit Weissagung und Odin zu tun. Jera  ist meines Erachtens hier genau richtig eingeordnet, sie steht für das Rad des Jahres (germ. ’giuli’) bzw. das Sonnenrad, das sich einmal weitergedreht hat. Jera sieht aus wie ein “Scharnier” und man kann sich vorstellen, dass diese 12 Nächte, in denen das Jahresrad stillsteht, das Jahr zusammenhalten.

Dies ist die dunkelste Zeit des Jahres, die mit unwirschem Wetter (Regen, Schnee, Kälte …) einhergeht. Der mythisch gedeutete Naturvorgang dieser Zeit ist die Sonnenwende, also die längste Nacht des Jahres. Die frühen Menschen haben vermutlich geglaubt, dass die Sonne nur durch entsprechende Rituale am nächsten Morgen wieder aufgehen würde. Die Wiedergeburt des Lichtes verheißt dann die neue Fruchtbarkeit.

Wie “I. Norden” anhand der Betrachtung der Eddamythen feststellt, ist es keine germanische Tradition, zur Wintersonnenwende von der Geburt eines “Sonnenkindes” zu sprechen. Auch kein einzelner Gott wird zu diesem Zeitpunkt “wiedergeboren”. Der Balder-Mythus (Tod zur Sommersonnenwende und Wiedergeburt zu Jul = Wiedergeburt der Sonne / des Lichtes) ist völlig ungermanisch ausgedeutet worden. “Norden” weist schlüssig nach, dass die Ragnarök, der Untergang der Götter, nicht saisonal gedeutet werden können. Balder und Höd kommen erst mit der neuen Welt zurück und sitzen gemeinsam in einer Halle – das wäre unlogisch, hier kann kein Jahreszeitenmythus verschlüsselt worden sein. Nur einmal wird in der Edda die Geburt eines Kindes mit der Sonne verknüpft (Vafthrudnismal). Doch auch dabei geht es um das Überleben der Sonne nach den Ragnarök – eine einmalige Angelegenheit. Die Ragnarök, als äußerste Katastrophe, als “Weltuntergang” sind wohl kaum mit dem Wechsel von Sommer zu Winter und neuem Frühling zu verbinden. “Norden” schließt:

“No single deity, solar or otherwise, is the real ’reason for the season’ within Asatru theology. At best, several beliefs and practices exist – some related to the sun and nature, some unrelated.” 

Was also ehrt oder feiert man? Die Sonne, als abstraktes Objekt, als Sunna, die nun wiedererstarkt, als die Lichtbringerin. Das Feuerbrauchtum symbolisiert z.B. mit den Feuerrädern den Lauf der Sonne. Man feiert das Wiedererstarken des Lichtes, das den Frühling bringen wird.

Natürlich sind Gottheiten mit dem Julfest verbunden. So allen voran Wotan (hier als Totengott, Gott der Ahnen, der wilde Jäger der Rauhnächte), und Freyr, der die Fruchtbarkeit im neuen Jahr sicherstellen soll. Freyr, Herr über Alfenheim, ist den Ahnen-Alfen sehr nah. Man kann sich auch vorstellen, dass Freyrs sehnsüchtige Blicke von Hlidskjalf aus Richtung Gerd mit der Zeit der Wintersonnenwende korrelieren, wenn man die Geschichte um Skirnirs Ritt als göttliches Frühlingserwachen deutet.

Weiterhin spielt Frigg / Frija als Mutter und Beschützerin des Haushalts eine Rolle. Vor allem aber wird den Ahnen gedacht, das Julfest ist ein Fest der Sippe, der Ahnenverehrung. In Indien wird diese Zeit als pitrayanam – Weg der Vorväter – bezeichnet. Wir ehren die Toten an diesem Fest in einem eher familiären Sinn (im Gegensatz zum ’Totenfest’ Winternächte). Mit dem Totengedenken korreliert die Hirschsymbolik, der Hirsch gilt als Totenbegleiter (nach Biber). Die toten Ahnen können als Alben oder Disen / Idisen vorgestellt werden, man lädt sie zu den Feiern ein, deckt am Tisch für sie, lässt ihnen Essen an der Tür stehen.

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Julfest – Yul, Jule

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Sonnenwendgruß an unser Deutschland

Deutschland,
wir grüßen dich über die Grenzen
in dieser heiligen, schweigenden Nacht,
da nur die Feuer die Berge beglänzen
Hoch lodert das Feuer…
und in gewaltigen lodernden Kränzen
sich deine heilige Seele entfacht.

Deutschland,
dein Name soll in uns brennen,
blühen und wachsen wie Korn und Wein.
Laß uns in dieser Stunde bekennen:
immer wollen wir Mutter dich nennen
und deine treuesten Söhne sein.

Was wir nicht wissen in Worten zu sagen,
schreiben wir tief uns ins blutende Herz.
Niemals wollen wir klagen und zagen,
immer werden wir mutiger wagen
alles für dich in Freude und Schmerz.

Zeichen des Lebens…
Höre, wir glauben an deine Sendung
und an des Schicksals waltende Hand,
an deiner Dome reine Vollendung,
an deines Daseins glückliche Wendung,
an deiner Äcker fruchtbares Land.

Siehe, wir stehen immer auf Wache,
viele Jahre in stummer Pflicht.
Wenn du nichts wärest, wär unsere Sache,
wär unser Lieben, wär unsere Rache,
wär unser Leben und Opfer nicht.

Deutschland, wir grüßen dich über die Grenzen
in dieser heiligen, schweigenden Nacht,
da nun die Feuer die Berge beglänzen,
Und stehen im Kreise…
und in gewaltigen lodernden Kränzen
sich deine heilige Seele entfacht.

( Martin Damß )

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ODIN

Odin (spricht sich mit stimmhaftem ‘d’, wie englisch: _these) bzw. Wodan ist der Hauptgott, der wohl die meisten Gesichter von allen Göttern hat und die meisten Namen besitzt. Wodan ist der Gott der Ekstase, der Zauberei, des Krieges und der Toten, der Dichter und der Wanderer und er ist der Göttervater, der Herr Walhalls. Nach der Kunde der Skalden ist er ständig begleitet von zwei Raben – Hugin und Munin (Geist und Gedächnis) – , die ihm Nachricht aus aller Welt bringen, und von zwei Wölfen – Geri und Freki – ; er reitet den achtbeinigen Hengst Sleipnir und wirft den unbesiegbaren Speer Gungnir. Auf der Erde erscheint er der Sage nach mit einem tief über das Gesicht gezogenen Hut und in einem weiten blauen Mantel. Da er sein eines Auge an Mimir, den weisen Riesen und Bruder seiner Mutter Bestla, verpfändet hat, um die Gabe der Prophetie aus seinem heiligen Brunnen zu erlangen, ist Odin einäugig (nach der Edda). Er ist der Herr der Seher und Zauberer und die Runenkunde stammt von ihm:

“Ich weiß, dass ich hing am windigen Baum Neun lange Nächte, Vom Speer verwundet, dem Odin geweiht, Mir selber ich selbst, Am Ast des Baumes, dem niemand ansehen kann, Aus welcher Wurzel er wächst. Sie boten mir nicht Brot noch Hörn; Da neigt ich mich nieder, Nahm die Runen auf, nahm sie schreiend auf, Fiel nieder zur Erde.”(aus dem Havamal, Edda)

Von Mimir lernte er darauf die neun Sprüche und trank einen Schluck Met aus seinem Brunnen.
In diesen Versen zeigt sich auch die Sitte, die dem Odin Geweihten mit dem Speer zu töten oder zu hängen, denn er ist auch der Gott der Gehenkten.

Durch diese Einweihungszeremonie gewinnt also Odin die Runenkunde, die das Hauptmittel der germanischen Magie war. Doch es zeigt sich auch in Odin die Doppelgesichtigkeit des Zauberers darin, dass er z.B. auch als ‘Unheilstifter’ bezeichnet wurde und dass er unberechenbar seinen Günstlingen plötzlich ihr Glück raubt und sie mitten in der siegreichen Schlacht in den Tod befördert.
Als Gott des Zaubers und der Ekstase ist Odin in der Lage, sich in mannigfache tierische Formen zu verwandeln und auch seinen Körper zu verlassen, der dann wie tot daliegt, um blitzschnell in andere Länder zu gelangen.

Ein Nachhall des ekstatischen Elements ist wohl auch die ‘wilde Jagd’, die in Deutschland durch viele Wälder braust und den, der sie sieht, in Tod oder Wahnsinn treibt. Meist ist es Wodan, der sie führt, und ein Heer von Toten und Entrückten zieht mit ihm in den Wäldern, Heiden und manchmal auch Dörfern Schrecken verbreitend.

Odin war es, der nach der Kunde der Skalden Midgard schuf und den ersten Menschen ihr Leben gab, und er ist es auch, der die Schlachttoten zu sich nach Walhall nimmt. Dort sitzen sie in der goldenen Halle und sterben jeden Tag aufs Neue in der Schlacht ihren Tod, bis sie im Endkampf gegen die Riesen auf der Seite der Götter streiten werden.

Wohl bei fast allen Germanen wurde Odin / Wodan als Gott der Schlachten angerufen, ihm wurde das gegnerische Heer geweiht, indem man den Speer darüber schleuderte und ihm wurden nach der Schlacht häufig die Gefangenen geopfert.

Die Gehilfen des Schlachtgottes sind die Walküren, die die Toten von den Schlachtfeldern holen und sie auf ihrem Ross durch die Wolken galoppierend nach Walhall tragen – sie greifen aber wohl auch mal in die Schlachten ein. Rabe und Schwan sind ihre tierischen Erscheinungsformen und es gibt manche Sage, die berichtet, wie eine Walküre ihres Schwanenkleides beraubt in der Gewalt des Räubers bleiben muss, bis sie es wieder erlangt.

Als vom Herrn der Dichter erzählt die nordische Sage von Odin, wie er mit großer List den Met, der die Dichtkunst gibt, vom Riesen Suttung raubt, indem er sich als Schlange in dessen Höhle schleicht, drei Nächte mit Suttungs Tochter Gunnlöd schläft und danach in drei Schlucken die drei Metfässer leert. Als Falke bringt er den Met nach Asgard, obwohl Suttung ihn in Adlergestalt verfolgt. Seitdem ist der Dichtermet in der Hand der Götter. Als Gott der Dichter gilt der Edda aber auch Odins Sohn Bragi.

In Asgard leitet Odin, der auch die Bezeichnung ‘Allvater’ führt, das Götterthing und wacht über den Lauf der Welt – so lehrt die Edda. Frigg ist seine Frau und mit Fjörgyn, der Erdgöttin, hat er den Sohn Thor.

reihe runen

Jule ~ Die Rückkehr des Lichts zur Winter-Sonnenwende

die verwobenen Hintergründe der keltischen Winter-Feierlichkeit zum heutigen Weihnachtsfest kurz erläutert…

reihe rune eiche

Ausgrabungen – Archäologie – neue Erkenntnisse

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 Germanische Spuren im Osten

Archäologen haben in Potsdam die Reste eines germanischen Dorfes ausgegraben. Auf einem ehemaligen Gärtnereigelände am Nuthewinkel legten Experten die Reste von bisher 40 Gebäuden frei, wie die Stadtverwaltung Potsdam jetzt bekanntgab. Es handelt sich um für die Germanen charakteristischen Langhäuser und in die Erde eingelassenen Grubenhäuser, die oft als Werkstätten genutzt wurden. Die Ausgräber stießen zudem auf Stallungen. Auf dem 30000 Quadratmeter großen Gelände wurde ein Brunnen gefunden, was ebenfalls für eine dauerhafte Anlage spricht. Ausschlaggebend für den Standort war vermutlich der nahe Fluss Nuthe.

Bereits die ersten Funde sind spektakulär: So kam das bronzene Joch eines römischen Wagens zum Vorschein – als erster Fund dieser Art in Brandenburg. Joche dieses Typs sind bisher vor allem von römischen Schlachtfeldern auf germanischem Boden bekannt. Eine Münze mit dem Bildnis des römischen Kaisers Vespasian (9–79 n. Chr.) und eine Marc Aurels (121–180 n. Chr.) sowie Teile von Pferdegeschirr und zwei muschelförmige Bronzebeschläge legen laut den Archäologen die Vermutung nahe, dass in der Siedlung Handwerker lebten.

Nach bisherigen Erkenntnissen war der Ort vom 1. bis zum 4. Jahrhundert nach Christus bewohnt. Der Großfund liefert somit einen wichtigen Hinweis auf die kaum beachtete germanische Besiedelung der Region lange vor dem Eindringen der Slawen im 6. und 7. Jahrhundert. Die Bewohner gehörten möglicherweise dem elbgermanischen Stamm der Semnonen an. Die Fundstücke lassen auf überwiegend männliche Bewohner schließen. Die Männer könnten als Soldaten im Dienst Roms gestanden haben.

Dass Germanen so vergleichsweise weit vom Römischen Reich entfernt zumindest zeitweise dem Kaiser dienten, gilt unter Archäologen heute als bewiesen. Ein früherer Grabfund in Kemnitz, Ortsteil der Stadt Werder nahe Potsdam, enthielt Silberbeschläge mit Darstellungen aus der bei römischen Kaisern allgemein beliebten Herkules-Sage. Möglich ist so laut Experten sogar, dass Vertreter der bekanntermaßen aus Germanen bestehenden kaiserlichen Leibgarde auf dem Gebiet des heutigen Potsdam lebten.

Ein anderer Deutungsansatz sieht die jetzigen Funde als germanische Kriegsbeute. Bei dem Joch könnte es sich somit entweder um Beute aus einem für die Germanen siegreichen Kampf gegen Rom oder um militärische Ausrüstung germanischer Hilfstruppen in Roms Diensten handeln. Denkbar wäre, dass es sich im Beutefall um Relikte aus der Schlacht am Harzhorn handelt, die der von 235 bis 238 nach Christus herrschende römische Kaiser Maximinus Trax nur 300 Kilometer vom jetzt gefundenen Dorf entfernt verlor. Diese Schlacht war erst 2008 durch Funde von Hobbyarchäologen näher bekannt geworden.

Sie gehört zu den vergessenen Schlachten des Imperiums, die in der Geschichtsschreibung kaum Widerhall gefunden haben. An dem Feldzug nahmen, wie die rund 2000 überwiegend militärischen dortigen Fundstücke nahelegen, mindestens 1000 römische Legionäre und ein großer Tross teil. In Potsdam soll die Arbeit der Archäologen nur noch einige Wochen weitergehen. Das Gelände in Brandenburgs Landeshauptstadt wird mit Häusern bebaut.

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